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Aus der LKZ vom 8.12.2011 von Philipp Schneider
Im Mai hat Möglingen sein 3,5 Millionen Euro teures Kinderhaus eröffnet – doch jetzt sollen die Größeren an der Reihe sein. Der Bürgermeister Eberhard Weigele hat ein Auge auf die Gemeinschaftsschule geworfen. Unterstützung bekommt er aus dem Kultusministerium und vom Ludwigsburger SPD-Fraktionschef im Landtag, Claus Schmiedel. Eine positive Entscheidung könnte auch Konsequenzen für den Schulstandort Markgröningen haben.
Hebt sich die Hanfbachschule in Möglingen an oder senkt sie sich? Experten stehen vor einem Rätsel. Klar ist nur: Die Grund- und Hauptschule bewegt sich, das Hauptgebäude ist in schlechtem Zustand. „Wir werden investieren müssen“, sagt der Bürgermeister Weigele. Der Gemeinderat hat zwei Alternativen: Neu bauen oder sanieren. Es ist nicht die einzige Entscheidung, die die Kommunalpolitiker bald treffen müssen. Bereits am heutigen Donnerstag trifft sich der Rat zu seiner nächsten Sitzung. Wenn es nach dem Bürgermeister geht, soll er beschließen, die Hanfbachschule in eine Gemeinschaftsschule umzuwandeln. Weigele empfindet es als „Malus“, dass Möglingen (rund 11 000 Einwohner) bloß über zwei Grundschulen, eine Förderschule und die Hauptschule mit Werkrealschule verfügt. „Wir sollten die Chance jetzt nutzen, um unseren Standort zu stärken“, sagt der Schultes. Zur Unterstützung hat sich Weigele am Dienstagabend prominenten Besuch ins Bürgerhaus geholt – und zwar Claus Schmiedel und seinen Genossen Norbert Zeller. Er ist im Kultusministerium das Mastermind hinter dem Modell Gemeinschaftsschule. Beide bezeichnen die neue Schulform als „Herzstück unserer Bildungspolitik“. Und deshalb sind ihre zahlreichen Auftritte im Land nicht bloß informierend, sondern vor allem werbend. „Die Gemeinschaftsschule bringt nur Vorteile“, sagt Zeller. Dann zählt er auf: Wie bisher in der Grundschule lernen die Kinder gemeinsam weiter – vom Förderschüler bis zum Gymnasiasten. Der Unterricht findet nicht nur in Klassen statt, sondern auch in kleinen Gruppen. Grundsätzlich dauert die Gemeinschaftsschule von der fünften bis zur zehnten Klasse. Es könne aber schon in der ersten Klasse losgehen. Eine gymnasiale Oberstufe ist denkbar, wenn sich wenigstens 60 Schüler pro Jahrgang zusammenfinden. Zeller: „Es müssen alle Bildungsstandards angeboten werden.“Zeller ist aber nicht nach Möglingen gekommen, um der Gemeinde als Schulträger, den Eltern und Lehrern die Gemeinschaftsschule aufzudrängen. „Wir wollen es nur dort ermöglichen, wo es gewünscht ist.“
Die Signale, die aus Möglingen kommen, sind positiv. „Das Lehrerkollegium der Hanfbachschule ist grundsätzlich bereit“, sagt der Bürgermeister Weigele. Am 12. Dezember soll die Schule förmlich über das Konzept beraten. Eine Elternumfrage (wie in Ludwigsburg passiert) könnte weiteren Rückenwind liefern. Die Gemeinde hat sich einen ehrgeizigen Zeitplan gesteckt. Sie hofft, zum Schuljahr 2013/2014 an den Start zu gehen. „Da müssen Sie sich aber sputen“, sagt der Experte Zeller. Er verlangt nämlich ein pädagogisches Konzept und bauliche Voraussetzungen – wie eine Mensa. Die gibt es an der Hanfbachschule aber schon. Da der Bürgermeister Weigele auf gute Nachbarschaft setzt, hat er vorher seinen Markgröninger Kollegen Rudolf Kürner in die Pläne eingeweiht. Schließlich kommt derzeit ein Drittel der Markgröninger Realschüler aus Möglingen. In der Schäferlaufstadt sehen sie die Idee gelassen. „Wir gehen davon aus, dass sich die Auswirkungen auf uns in Grenzen halten“, so Kürner. Seine Kommune versteht sich als wichtiger Schulstandort. „Wir haben alles“, sagt der Schultes. Zwei Gymnasien, Hauptschule, Realschule. Nach einer Gemeinschaftsschule rufe in Markgröningen derzeit niemand.
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